Archiv nach Monaten: April 2008

Ich denke es ist an der Zeit für Ordnung zu sorgen. Ich fange am besten erstmal mit Aufräumen meiner Wohnung an, vieleicht gehe ich danach in die Badewanne, um Texte wie dieser zu schreiben.

Wasser. Ich weis nicht wie häufig ich in letzter Zeit duschen war, jedesmal eine fast rituelle Reinwaschung, ich weis nicht wie viele Gläser Wasser ich Gestern noch vorm Schlafen leergetrunken habe, mein Inneres hat Reinwaschung noch nötiger als mein Äußeres womit wir beim nächsten Schritt von Ordnung machen wären, Morgen suche ich mir eine Psychologin. Mir ist wichtig das es eine Frau ist, verstehen kann sie mich sowieso nicht, daher kann ich mir direkt eine von der anderen Spezies vor die Nase setzen. Erstmal eine rauchen.

Vieleicht fällt die Wahl ja auch nur auf eine Frau weil es genau so in uns Männern drin steckt, mal ganz ehrlich, Bier saufen und Filme gucken, raus gehen und in Kneipen prügeln hat beides seinen Wert aber in den stillen Stunden möchte man sich doch lieber in den Armen einer Frau vergessen. Vieleicht schlaf ich einfach noch ein wenig in der Badewanne, vieleicht weis ich danach besser warum ich aufstehen sollte. Mit ein bischen Glück habe ich wieder diesen wunderschönen Traum von vor zwei Tagen, jeder Liebesfilm ist nichts dagegen, ich habe vom purem Glücksgefühl geträumt, wortwörtliche meine Traumfrau gesehen und die Liebe zwischen uns gespürt die jedem dafür sterben lassen würde.

Und dann überlege ich was für ein Wrack ich bin, der Punkt an dem jeder Liebesfilm endet ist im echten Leben dejenige an dem einem die Realität ins Gesicht schlägt. Du bist total verliebt, gut, aber was gibt es Morgen zu essen, wie bezahle ich die Handyrechnung, kann ich diesen Monat auch mal was besonderes mit meiner Frau machen? EIn Leben nur für die Liebe ist leider utopisch, wie soll mein Traum dann jemals reel werden?

Ordnung schaffen, erstmal mit der Wohnung anfangen, vieleicht geh ich danach in die Badewanne, um Texte wie dieser zu schreiben oder einfach die innere Klospülung zu betätigen, vieleicht fällt es mir ja danach leichter aufzustehen. Ich glaube ich habe eine festsitzenden und ausgewachsene Depression, ich glaube schon mein ganzes Leben lang, wie schön wäre es sich jetzt einfach in den Armen einer Frau zu verlieren.

Die letzten drei Tage sind verschwommen, es könnten auch vier gewesen seien. Welcher Tag ist heute? Freitag, endlich Wocheneden.
Ich war bei nem Typen und hab gesoffen, ich war im Kiosk und hab gesoffen, der Besitzer hatte eingeladen, ich war mit ihm und noch nen
Typen in einer Kneipe, nur alte Säcke, und dann kamm die beinahe Schlägerei, ich war wohl gut, sagte man mir am nächsten Tag, wie ich nach
Hause gekommen bin weis ich nicht mehr, als ich wach wurde war ich immer noch betrunken, ich glaube das ist jetzt 24 Stunden her und zwischendurch
wollte ich sterben, dann das Studium wegschmeissen, meine Ex-Freundin wieder haben und ihr den Kopf einschlagen, irgendwann wollte ich
Postbote werden und wieder in den Pot ziehen, die Menschen in Aachen sind unfreundlich. Irgendeine Arbeit machen, diese gut machen und dann
weiter schauen, vieleicht wird ein Posten eine Etage höher frei, bewerben, Millionär werden und ihr endlich ihren Beatle kaufen, Menschen
sehen und mit ihnen sprechen, „Hey solln wir noch ne Kippe zusammen auf der Bank rauchen?“ Naja oder eben: „Hey, hast du ne Kippe für mich?“,
„Noch lust auf nen Bier später?“. Heute ist Freitag, ich glaube heute gehe ich feiern, so richtig einen saufen und das ohne Geld, erstmal
den Dreck der letzten drei (waren es doch vier?) Tage abwaschen und Kaffee trinken, Koffeintabletten schlucken und Menschen unterhalten. Und was ist
das jetzt? meine Tränensäcke sind ganz geschwollen, ich habe geweint, vieleicht schlage ich auch erst meine Ex kaputt.

Ok, gut. Wenn ich das Gefühl habe das mir jemand ein Freund ist und das auf Gegenseitigkeit beruht dann ist das erstmal ein Grund sich des Lebens ein wenig mehr zu freuen, ganz Grundsätzlich. Wenn, warum auch immer, das Leben einen dann Stolpersteine in den Weg legt (oder man sich diesen auch selbst in den Weg gelegt hat) sind es solche Menschen an die ich mich halte wenn ich glaube das der Stein nicht aus eigener Kraft aus dem Weg geräumt werden kann bzw. die Sturzwunden zu unangenehm werden, hoffe das ich diesen Menschen vertrauen kann, das ich mich im Zweifelsfall bei denen ein wenig ausruhen kann bevor es weiter geht, hoffe das ich mich bei ihnen nicht verstellen muss und vieleicht auch ein wenig Zerstreuung finde. Frust und Schimpf mögen in einem aufkommen, alles mag scheisse unschön wirken und Aggressionen auf sich oder andere folgen, menschliche Reaktionen laufen ab und suchen ihre Ziele. Ich selbst hoffe das wenn jemand meint in mir einen Freund gefunden zu haben dieser Mensch mir ähnliches Vertrauen entgegenbringt – Vertrauen, welches ich haben muss um über oberflächiges Gebrabbel hinauszukommen – und das man auf dieser Basis aneinander wächst, ohne Angst vor Rückschlägen, Schwäche zeigen quasi Pflicht. Und dann merke ich das ich irgendwie alleine bin.

Alleine – nicht ohne Menschen um mich herum, sondern im Geiste – nachdem man dachte wieder mal eines der Wesen getroffen zu haben bei dem ein wenig mehr rum kommt als das pure „unterhalten-werden-durch-gesselschaft. Aber ich hätte es besser wissen müssen, mir wäre es mir selbst gegenüber peinlich wenn ich mich nicht mit mir selbst beschäftigen könnte, wenn ich nicht auch mal aktiv dafür sorgen könnte das meine sozialen Bedürfnise (welche bei jedem anders seien mögen) in einer vertretbaren Art und Weise befriedigt werden, und dazu gehört es, drastisch ausgedrückt, das ich mir nicht meine Kontakte prostituiere, vereinnahme und dränge mich zu unterhalten, von einer Selbstverständlichkeit die nicht existent seien sollte ausgehe vor allem nicht unter falschen Deckmantel, denjenigen gegenüber die damit umgehen können wenn jemand einfach mal sagt : „Ich kann gerade nicht alleine sein.“.

Ich weis nicht was einen Menschen reitet wenn er wie ein trotziges Kleinkind anfängt seine Huren zu beleidigen, nur weil diese nicht springen wenn dieser schnippst, in üblen Wunden bohrt und einen als Lügner darstellt und mit anderen bekannten Teufeln vergleicht, seinen Frust auf diejenigen kupfert, die am wenigsten damit zu tun haben und nur aufgrund einer falschen Annahme (Vertrauen) viel zu lange dieses Spiel passieren lassen.

Ich hab keinen Bock mehr Hure zu spielen, und ich bin auch nicht derjenige der kleinen Kindern ins Gesicht schlägt, die Erkenntnis ist größer wenn man sich alleine auf die Fresse legt…..auf manche Dinge muss jeder für sich alleine kommen, Theorie ist schön und pragmatisch, aber das ganze dann mal subjektiv am eigenen Leib zu fühlen ist wesentlich effektiver.

Genug geschimpft, mein Zorn trifft wenigstens nicht die falschen oder fühlst du dich angesprochen?