Archiv nach Monaten: Juli 2008

Paff! Da ist er, der Wunsch sich zu vergessen. Plötzlich kann ich nichts mehr mit den meisten Menschen und mir anfangen, Unruhe kommt auf, hey du bring mir nen paar Bier und Kurze, mach mal irgend ne abgefahrene Musik an, darf ruhig was dröhnendes sein. Ich weis das ich keine Alkoholabhängikeit habe, ich weis aber auch das ich sehr Drogen affin bin, irgend nen Psychiater meinte mal ich sei suchtgefährdet, recht hat er, falsch ist aber das ich reguläre Abhängigkeiten entwickle sondern eben eher dazu neige jede Art von geistigen Kick zu provozieren, der möglich ist.

Und endlich fange ich mal an darüber nachzudenken was es für alternativen gibt. Das ich mir nichts mehr wünsche als eine Frau an meiner Seite zu wissen habe ich irgendwo im Ansatz durchsickern lassen und meistens reicht es eben einfache Zweisamkeit zu fühlen und über solche Momente sogar noch schönes zu erleben aber irgendwann ist man immer alleine. Das schreiben kann helfen und sei es nur um zu lernen Gefühltes auszudrücken, manchmal reichtes zu erkennen was die Unruhe ausgelöst hat um sich dann wieder in der Lage zu sehen damit vernünftig umzugehen, Stichwort: Mustererkennung. Um es dann doch mal zu schreiben: Im Moment ist dies der einzige Grund warum überhaupt neue Beiträge auf diesem Blog erscheinen, ein Versuch mich Auszudrücken.

Ich schweife ab, Paff, das war das Thema. Meine schreibe Lust neigt sich gen Ende, ich geh eine rauchen. Irgendwann schreib ich vieleicht an dieser Stelle weiter.

Ist schon irgendwie seltsam, da laufe ich durch irgendwelche Flure, sitze auf irgendwelchen Bänken und lächele, lächele weil es mir gut geht, von Glücksgefühlen durchströmt. „Einen wunderschönen guten Morgen“ höre ich mich zu Menschen sagen die ich nicht kenne oder sonst nur mit einem gemurmelten „Hallo“ grüsse, laufe vor mich hin, beschwingter als sonst und weis nicht wohin mit meiner Freude. „Geniesse es einfach“ denke ich mir und trotzdem – ja was trotzdem?

Wow! Ich weis das es im Vergleich zu anderen Blogs lächerlich klingen mag aber diesen Monat wird die 100 Besucher Grenze zum ersten mal durchstossen, wird weil ich bisher bei 97 stehe aber ich bin da mal optimistisch. Unter Zehn waren es erst immer, dann 22, 27 und dann dieser Monat. Wenn du gerade diesen Artikel liest und unten im all-time Besucher Zähler die Zahl 163 steht bist du es der die Zahl voll macht. Auch wenn kein Kommentar zu irgendeinem Artikel von mir gekommen ist freut es mich trotzdem zu sehen das der ein oder andere mal hier rein geschaut hat, wie ein Kind hab ich mich dann über den Kommentar von Julie Paradise zu „Über“ gefreut da ich dann doch schon seit einiger Zeit ihre Texte mit Begeisterung lese und lesen werde. Viel BlaBla um wenig für euch aber einiges für mich, ich bin gespannt.

Ja, will ich euch verarschen? Definitiv nicht, ich glaube das ich an diesem Punkt nicht weiterkomme, hier stehe ich. Lange habe ich darüber nachgedacht ob ich der KJP antworte, ob ich überhaupt in der Lage bin zu antworten, darzustellen was mich lähmt, mich verstört hat, überlegt habe ich warum ich nicht oder eben doch antworten möchte, zweiteres dachte ich zu wissen, ersteres kann ich nur versuchen zu erklären. Entfesselung ist das Stichwort, sich mit der Scheisse auseinander setzen um irgendwann damit klar zu kommen, der Versuch Gefühltes zu verbalisieren. Im Weg steht mir das Wissen das niemand Dinge so wahr nehmen kann wie ich, und ich genauso wenig in der Lage bin andersrum in die Herzen der anderen zu schauen, dafür ist jeder Mensch zu unterschiedlich geprägt und gewachsen. Das Wissen? Und da hätten wir das Problem, nur weil ich weis das „das und das“ ist passiert ist heisst das noch lange nicht das ich weis wie es sich angefühlt hat, wie betroffene Menschen dabei gefühlt haben. Rein faktisch ist es nichts neues, wir alle wissen das es Selbstverstümmlung, Selbstmord und mehr oder weniger tragische Liebesgeschichten gibt, verstehen was jemand zu so drastischen Mitteln greifen läst kann man nie, höchstens die Phantasie kann sich im Ansatz ausmalen wieviel Schmerz und Leid ein Mensch mit sich trägt um zu denken das es einfacher ist stillschweigend und einzelnd sieben Rasierklingen zu schlucken und dann los zu schreien als die unschönen Gefühle weiter zu ertragen; wie geschändet muss ein Mensch sein um sich nicht mehr zu spüren, die Notwendigkeit zu empfinden mit einem stumpfen Teelöffel im eigenen Arm zu „löffeln“? Umgeben von solchen und mehr Umständen kann man eins der grössten Leiden der Menschen sehen, es grenzt an Vergewaltigung wenn an sieht wie junge Menschen, zum Teil noch Kinderm an Betten gefesselt werden, wie Tiere über die Flure gejagt werden um dann anstelle eines Bolzenschusses eine Spritze gesetzt zu bekommen während zwei oder mehr Pfleger einen auf den Boden drücken. Gemeinsamkeiten schweissen zusammen, gemeinsames Leid verbrüdert, habt ihr schonmal euren Bruder gesehen, vergewaltigt und gedemütigt, völlig entwürdigt und nicht in der Lage „STOP“ oder „NEIN“ zu sagen wie es bei Kinderspielen geht? Habt ihr schonmal zuschauen müssem und euch ohnmächtig gefühlt weil ihr wusstet das man gegen diesen Tyrannen nichts ausrichten kann? Ich glaube das es nur noch schlimmer seien könnte wenn niemand mehr zusieht, kein Zeuge zugegen sind und alles alleine vom Opfer getragen werden müsste. Mein Gewissen peinigt mich ich hätte eingreifen müssen, ohne Rücksicht auf Verluste, ich, der immer schreit „die Schlimmsten sind diejenigen die nur rumstehen und verlegen wegschauen“, doch sehe ich nüchtern die Tatsache das Wegschauen Salonfähig gemacht wurde und legitimiert oder ignoriert wird. In den Akten steht: „16:15 Uhr : Ilona fixiert und sediert“ klingt fast harmlos, fast so als wäre sie freiwillig auf das Bett gestiegen und hätte willig ihre Vene hingehalten. Und es ist überall, bei Demonstrationen ist die Rede von 60 vorübergehend in Gewahrsam genommenen, hört sich doch verdächtig nach Tee und Keksen an, oder? Welche Perversion manchmal der staatlichen Gewalt zu grund liegt ist hier nicht zu lesen, aber hey, irgendwas muss ja mit denen passieren die unbequem sind und ausserdem haben sie ja nur Wasserwerfer und Trängas eingesetzt, den Willen vieler haben sie trotzdem gebrochen, ängstlich passt man lieber zur Umwelt als von einem Wasserstrahl fünf Meter durch die Luft geschleudert zu werdenum dann am Boden liegend Fäuste, Tritte und Schlagstöcke zu spüren, schnell gefesselt ein paar Tritte in die Seite und wieder jemand mehr der dann doch lieber hörig ist als über sich selbst zu herrschen.

Es tut mir in der Seele weh zu sehen wie viele gebrochene und geschundene Menschen es gibt und wie wenig auf die anderen geachtet wird, manchmal möchte ich an die anderen schreien „eure Ellebogen machen mehr als nur blaue Flecken“ und vieles mehr an Wut ins Gesicht schleudern doch ich habe Angst davor selbst meinen Ellebogen dafür benützen zu müssen.

Erster Brief (Seethingsong an KJP)
Zweiter Brief (KJP an Seethingsong)

…manchmal wäre ich gerne ein wenig mehr Schwammkopf.

So ganz ernst nehmen kann ich diesen Artikel dann doch nicht….

Lieber Seethingsong!
Danke für deinen lieben Brief. Es freut mich das du dich nach so langer Zeit einmal bei mir meldest, doch um ganz ehrlich zu sein: willst du mich verarschen? Ich habe den schweren Verdacht das du mir etwas anderes sagen willst, spuck es aus und komm mal zum Punkt. Ich habe mich gerne um dich gekümmert, immerhin war damal dann endlich mal was los bei mir. Denkst du nicht das es einfacher wäre wenn du das was dich an mir gestört hat ehrlich niederschreibst anstelle dich und mich zu karikatieren? Ich würde mich über ein weiteres Schreiben in dem du ehrlich zu dir selbst bist freuen, wie sonst soll ich wissen was ich besser machen kann?
Mit freundliche Grüssen, KJP

Erster Brief (Seethingsong an KJP)
Teil 3 – Gedanken (Seethingsong)